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Chronik |
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1871 bildeten die ersten Heimkehrer aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wie aus noch mündlicher Überlieferung bekannt ist, eine Veteranenkameradschaft. 1872, nachdem der Krieg aus war und die noch lebenden Kameraden wieder zuhause waren, wurde auch gleich ein ordentlicher Verein gegründet. Laut Aufzeichnungen aus dem Tagebuch des Krieger- und Soldatenvereins Rott Feldkirchen von 1872 wurde der Gütler Josef Vohleitner zum 1. Vorstand gewählt. Kassier wurde der Schneider Jakob Posch aus Rott und zum Schriftführer wurde der Lehrer Ludwig Zangerl aus Rott gewählt. Der Verein setzte sich aus den Gründungsmitgliedern Georg Angermeier, Gütler aus Rott; Joseph Aschauer, Gütler aus Sargau; Plazidus Thannhauser, Bauer aus Lengdorf; Alois Kirchlechner, Gütler aus Unterwöhrn; Josef Klinger, Schuhmacher aus Katzbach; Anton Köllmaier, Bauer aus Oberwöhrn; Thomas Linnerer, Bauer aus Arbing; Georg Niggl, Gütler aus Rott; Michael Rinser, Rentner aus Rott; Jakob Sixt, Bauer aus Ranft; Johann Sixt, Rentner aus Rott; Jakob Schindegger, Bauer aus Unterwöhrn; Josef Schindegger, Bauer aus Oberwöhrn; Josef Weber aus Manglham; Marin Winkler, Bauer; Josef Winkler, Hausbesitzer aus München; Jakob Heuß, Bauer aus Arbing; Mathias Gansinger, Weber aus Rott; Marin Gruber, Bauer aus Stöbersberg. Im Jahre 1873 wurde ein Verlöbnis zur Muttergottes von Feldkirchen gemacht, dessen Tafel noch heute an die glückliche Heimkehr erinnert und an das Gedenken für 39 Gefallene, das seitdem alljährlich durch ein feierliches Verlöbnisamt weitergeführt wird Den Gründungsvorstand muß ein wahrhaft echter Kameradschaftsgeist durchströmt haben, denn bis zum Jahre 1900 zählte der Verein bereits über 200 Mitglieder. Aus dem Protokoll vom 18. März 1906 geht hervor, daß der seit 1871 gewesene Vorstand des Krieger- und Soldatenvereins Rott, Josef Vohleitner, wegen vorgerückten Alters abdankte. Josef Vohleitner wurde zum Ehrenvorstand ernannt und sein Nachfolger wurde Simon Maier, Haarward aus Rott. 1923 wurde unter großen Opfern für eine neue Fahne gesammelt und eine Fahnenweihe abgehalten, nachdem die erste Fahne unauffindbar war. Entweder hat sie ein Kamerad irgendwo heimlich versteckt und ist vom Krieg nicht mehr heimgekommen oder sie wurde von den Feinden gestohlen oder vernichtet. Simon Maier führte das Amt des 1. Vorstandes bis 1930 aus. Sein Nachfolger wurde der Kamerad Kaspar Aschauer, Schmidgütler aus Dobl. 1937 übernahm die Vorstanschaft Markus Kirchlechner, Gütler aus Unterwöhrn. Nach dem 2. Weltkrieg war es der Pfarrer Freiberger, der im Jahre 1946 den Veteranen- und Kriegerverein unter dem Decknamen “Christlicher Männerverein” neu aufbaute, der damals schon wieder auf 330 Mitglieder kam. Der Plan für die Errichtung eines neuen Kriegerdenkmals war in Rott schon mehrmals diskutiert worden. Greifbare Formen nahm das Projekt an, als der Gemeinderat im August 1951 nach dem günstigen Abschluß der Vorverhandlungen den ihm vorgelegten Plan seine Zustimmung erteilte. Die verkehrstechnisch ungünstige Lage des alten Denkmals sowie die Unmöglichkeit einer befriedigenden Erweiterung hatten Bürgermeister Valentiner zu einer anderen Lösung gedrängt. Unter Ausnützung der vorhandenen Nischen einer Ruinenmauer der Brauerei Kaiser konnte durch Verlegung des Reiterstandbildes mit den Namen der Gefallenen aus dem Krieg 1870/71 und 1914/18 und einer durch Bildhauer Hohlt aus Katzbach geschaffenen Brunnenplastik eine Anlage errichtet werden, die nicht nur den Beifall des Gemeinderates, sondern auch aller vorgesetzten Stellen gefunden hatte. In entgegenkommender Weise hatte Herr Dr. Zwicknagl nicht nur den Platz zur Verfügung gestellt, sondern auch die Sorge für die gärtnerische Gestaltung der Anlage übernommen. Bereits Mitte November 1957 waren die Arbeiten so weit gediehen, daß unter dem Titel “Ein Denkmahl wandert” von der Verlegung des alten Denkmals und dem vorläufigen Abschluß der Arbeiten berichtet werden konnte. 1952 im Frühjahr erfolgte die Anbringung der Gedenktafel mit den Namen der 84 Gefallenen aus der Heimatgemeinde, zu denen noch 46 Vermißte kamen. Auf der zweiten Tafel haben außerdem die 24 Gefallenen und 11 Vermißten der Heimatvertriebenen Erwähnung gefunden. Ein schlichtes Steinkreuz zwischen den beiden Gedenktafeln, zwei Ruhebänke in den Nischen, die Hecken, Rasenflächen und Blumenrabatten helfen mit, ein Gesamtwerk zu schaffen, das nicht nur seinem Sinn, würdige Gedenkstätte der Gefallenen zu sein, gerecht wird, sondern darüber hinaus auch eine willkommene Verschönerung des Ortsbildes darstellt. Die Tatsache, daß seit der Gründung des ersten Kriegerbundes bereits über 80 Jahre vergangen sind, legte die Verbindung der Einweihung des Denkmals mit dem Stiftungsfest nahe. Am 15. Juli 1953 wurde der Festtag bereits um 05.00 Uhr feierlich eingeschossen. Um 08.00 Uhr trat die verstärkte Kapelle Aicher in Aktion, als sie das Viertelhundert Gastvereine feierlich empfing. Um 09.30 Uhr zogen dann der Festzug durch das Spalier der die Straßen säumenden Menschenmenge. Nicht weniger als 33 Fahnen und Standarten nahmen im herrlichen Gotteshaus Aufstellung, Kooperator Straßer endete seine Festansprache mit einem Wort Kardnial Wendels: “Nicht die Hände zur Faust geballt gegeneinander, sondern zur Zusammenarbeit miteinander.” Im Abschluß an die kirchliche Weihe legten die Vertreter der Behörden und Vereine Kränze nieder. Am Nachmittag bewegte sich der Festzug durch Rott, das zu Ehren des Tages Festschmuck angelegt hatte. Den ältesten Veteranen wurde die Mühe dieses Weges erspart, sie fuhren im Festwagen mit. “Wir werden nie vergessen, was ihr für uns getan.” Unter diesem Wahlspruch wurde das 90-jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe gefeiert. Nach einer Kranzniederlegung für die Gefallenen und Vermißten fand im überfüllten Saal des Gasthofes Zur Post ein Festabend statt. Mit Weckrufen und Böllerschüssen begann der Festtag zu dem ein Festgottesdienst im Hof der ehemaligen Benediktiner-Abtei gehörte. Pfarrer Klauser rief in einer Festansprache die ehemaligen Krieger auf, ebenso wie in der Kriegszeit, eine feste Haltung an den Tag zulegen, die den Stempel christlicher Gesinnung trägt. 50 Fahnen grüßten die neue Fahne des Veteranen- und Kriegervereins Rott bei der Weihe durch Pfarrer Klauser, der auch die Benediktion der Fahnenbänder vornahm. Dazu gaben die Fahnenbraut Maria Köck und die Fahnenmutter Lucie Schuster die ersten Bänder. Weitere Bänder stifteten der VDK Rott und der Patenverein Griesstätt. Fähnrich wurde Hubert Jienzl aus Manglham. Im unmittelbaren Anschluß an die Fahnenweihe wurde am Kriegerdenkmal der Gefallenen gedacht. Der Festzug am Nachmittag war in zwei Züge gegliedert. Ein selten gewordenes Bild ergaben die geschmückten Pferde, ein Dutzend Reiterpaare und der vierspännige Festwagen, in dem die gebrechlichen Kameraden saßen. Ei weiterer Festwagen beförderte die Honoratioren von Rott und die Fahnenmutter. Neben mehreren Musikkapellen nahm auch eine Abordnung der Bundeswehr am dem Umzug teil. Am 15. August 1963 fand in Feldkirchen die Weihe der Gedächtnistafel für die Gefallenen und Vermißten aus der Filialgemeinde Feldkirchen durch Kaplan Edlmann statt. Am 03. September 1972 feierte der Verein sein 100. Gründungsfest. Die Festlichkeiten begannen bereits am Samstagabend mit einem Rosenkranz und anschließender Heldenehrung in der Filialkirche in Feldkirchen. Ab 1973 leitete Hans Glas, Rentner in Rott, mit großer Umsicht den Krieger- und Soldatenverein Rott. Vorstand Glas bemühe sich auch um das Bezirkstreffen in Rott, um der Weihe der neuen Fahne und dem 115-jährigen Gründungsfest einen großen feierlichen Rahmen zu geben. Nachdem die Reparatur der alten Fahne aus dem Jahre 1923 fast genauso teuer gewesen wäre wie eine neue, entschloß man sich innerhalb der Vorstandschaft, von der Fa. Schmidtt aus Reichenhall eine neue Fahne anfertigen zu lassen. Ferner beschloß der Festausschuß, die alte Fahnenspitze, einen bayerischen Löwen, restaurieren zu lassen und wieder für die neue Fahne zu verwenden. Die hohen Kosten für die teilweise Erneuerung und das Feuervergolden der Fahnenspitze übernahm dankenswerterweise die Fahnenmutter Frau Franke. Ferner wurde die esrte Salutkanone wieder von der Fa. Alpma kostenlos restauriert, dadür wurde eine Spende zur Renovierung der Filialkirche Feldkirchen überwiesen. Vorstand Glas bemühte sich auch um ein gutes Verhältnis zu den Reservisten im Verein. Nach 20 Jahren als Vorsitzender stellte sich Hans Glas bei den anstehenden Neuwahlen 1993 nicht mehr zur Verfügung, um einem Jüngeren das Amt zur Verfügung zu stellen. Da kein Veteran bereit war, das Amt des Vorsitzenden zu übernehmen, stellte sich Sebastian Hofstetter jun. dankenwerterweise zr Verfügung. Anläßlich der Generalversammlung wurde bei der Wahl Seb. Hofstetter jun. einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt. Hans Glas wurde mit einem kurzen Rückblick von Schriftführer Kolbeck für das gedeihliche Wirken für den Verein gewürdigt. Bgm. Altinger überreichte die Urkunde mit der Ernennung zum Ehrenvorstand, die Glas untergroßem Applaus der Versammlung sichtlich gerührt entgegennahm. Als Dank versprach Glas, solange es seine Gesundheit erlaubt, der neuen Vorstandschaft mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. 1996 beging der Verein sein 125-jähriges Gründungsfest, das im kleinen Rahmen mit den Ortsvereinen und den angrenzenden Brudervereinen in Feldkirchen gefeiert wurde. |
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